
Wenn der Autokran in Essen nicht aufgestellt werden kann
Warum in Essen so oft kein Mobilkran zum Zug kommt
Die Entscheidung gegen den Autokran fällt in Essen meist nicht aus Kostengründen, sondern weil er schlicht nicht aufgestellt werden kann. Vier Konstellationen treten dabei besonders häufig auf.
Auf dem Welterbegelände Zollverein und in vergleichbaren Industriedenkmalen sind Hallen und Nebengebäude über historische Torbreiten erschlossen. Was einmal für Loren und Handkarren gebaut wurde, nimmt heute keinen Mobilkran auf. Gleichzeitig endet die befestigte Fläche oft direkt vor dem Gebäude, und ein Aufstellen im Freien mit weit ausgefahrenem Ausleger scheidet aus, weil die Halle selbst im Weg steht.
In den Innenhöfen der Konzernzentralen und Bürohochhäuser ist die Tiefgarage das Problem. Die Hofflächen liegen über Parkdecks mit klar begrenzter Deckenlast. Ein Fahrzeug mit hohem Achsdruck kommt dort nicht hin, ein leichteres Gerät mit verteilter Abstützung schon.
Im Park- und Grünflächenbau — Gruga-Umfeld, Grünzüge, Friedhofsanlagen — führen Wege mit Breiten weit unter drei Metern zur Einsatzstelle. Rasenflächen und wassergebundene Decken sind zudem nicht für Radlasten ausgelegt.
In den Bergsenkungsgebieten des Stadtgebiets kommt eine Besonderheit hinzu: Unterirdische Hohlräume und Senkungsbereiche machen Aussagen über die Tragfähigkeit des Untergrunds zu einer Frage, die man klärt und nicht schätzt. Wer hier punktuell hohe Stützkräfte einleitet, sollte wissen, worauf.
Sperrzeiten kommen obendrauf: Im laufenden Bürobetrieb, im Besucherbetrieb eines Denkmals und auf innerstädtischen Straßen sind die nutzbaren Zeitfenster begrenzt. Ein Gerät, das sich in kurzer Zeit auf- und abrüsten lässt, passt dort besser hinein als eines, das erst eine halbe Straße sperrt.
Aufstellfläche, Abstützung und Bodenpressung
Die entscheidende Größe am Einsatzort ist nicht die Grundfläche des Krans, sondern die Kraft, die jeder einzelne Stützteller in den Boden einleitet. Sie hängt ab vom Eigengewicht der Maschine, von der Last, von der Auslage und von der Stellung des Auslegers.
Daraus folgen drei praktische Schritte:
Zulässige Flächenlast ermitteln. Über Tiefgaragen, Kellerdecken, Kanälen und Schachtabdeckungen ist die Angabe des Tragwerksplaners maßgeblich. In Senkungsbereichen und auf Aufschüttungen gehört ein Blick in das Baugrundgutachten dazu.
Lastverteilung auslegen. Mit Verteilerplatten unter den Stütztellern lässt sich die Pressung deutlich absenken. Fläche schlägt hier Materialstärke: Eine größere Platte bringt mehr als eine dickere.
Abstützbasis festlegen. Die Abstützung der Raupenkrane ist variabel. Wird sie wegen einer Wand oder eines Hindernisses nur teilweise ausgefahren, sinkt die zulässige Last in dieser Richtung. Deshalb gehört der geplante Standplatz in die Anfrage, nicht erst in die Ausführung.
Die Prüfung der Aufstellbedingungen vor jedem Einsatz ist Betreiberpflicht und liegt nach BetrSichV und den DGUV-Vorschriften beim mietenden Unternehmen. Wir liefern dafür die Gerätedaten zu, die Sie für Ihre Gefährdungsbeurteilung brauchen.
Geräteklassen, die unter diesen Bedingungen arbeiten
Alle unsere Maschinen der Marken Maeda und SPT fahren auf Gummiraupen, lassen sich variabel abstützen und decken den Bereich von 0,9 bis 10,0 Tonnen Traglast ab. Für Essener Verhältnisse sind drei Klassen besonders relevant.
Der Maeda MC104C (MIK-104) ist mit 0,60 m Baubreite, 995 kg Traglast, 5,50 m Hubhöhe und 1.105 kg Eigengewicht das Gerät für Innenräume, Etagen und historische Torbreiten. Er fährt mit reinem 400-V-Elektroantrieb und stößt am Einsatzort keine Abgase aus — im laufenden Büro- und Besucherbetrieb ist das kein Komfortmerkmal, sondern Zulassungsvoraussetzung.
Der Maeda MC305C-3 (MIK-305) hebt 2.980 kg bei 12,52 m Hubhöhe, wiegt 4.080 kg und arbeitet hybrid. Er ist der Standardgriff für Montagearbeiten mittlerer Größe in Hallen und Höfen.
Der Maeda MC815C (MIK-815) trägt 8.090 kg bei 19,60 m. Mit 9.700 kg Eigengewicht verlangt er allerdings eine belastbare Aufstellfläche — über Parkdecks und in Senkungsbereichen ist er die Variante, die am gründlichsten vorgerechnet werden muss.
Grundsätzlich gilt für alle drei: Die Katalogtraglast steht nur bei kurzer Auslage und geringer Hubhöhe zur Verfügung. Welche Klasse passt, entscheidet sich am Abstand zwischen Standplatz und Lastposition.
Aus der Praxis: ein typischer Einsatz
Für die Sanierung einer denkmalgeschützten Zechenhalle steht regelmäßig die Aufgabe, neue Haustechnik — etwa ein Lüftungsgerät oder eine Trafoeinheit — auf eine eingezogene Zwischenebene zu setzen. Die Halle bleibt während der Arbeiten teilweise zugänglich, das Tor ist historisch und darf nicht verändert werden, der Hallenboden ist neu beschichtet.
Ein Autokran scheidet aus, weil er weder durch das Tor passt noch von außen mit brauchbarer Auslage über die Hallenmitte reicht. Gewählt wird der MC305C-3: Er fährt durch die vorhandene Toröffnung ein, wird auf Lastverteilungsplatten aufgestellt und setzt das Gerät auf der Zwischenebene ab. Ausschlaggebend für die Klasse ist nicht die Masse allein — die liegt deutlich unter der Nennkapazität —, sondern die Auslage über die Ebene hinweg in Verbindung mit der Hubhöhe. Für den beschichteten Boden werden die weißen Non-Marking-Ketten aufgezogen, die abriebfrei laufen. Steht stattdessen ein Fassadenelement an, übernimmt die Vakuumhebetechnik mit bis zu 1.200 kg Tragkraft das Element, gesteuert über dieselbe Funkfernbedienung, mit der auch der Kran bewegt wird. Ist eine Traufkante oder ein Vordach im Weg, ergänzt der Spitzenausleger die abwinkelbare Reichweite.
Anfrage vorbereiten
Nennen Sie uns die Masse des schwersten Teils, den Abstand zwischen geplantem Standplatz und Absetzpunkt, die Hubhöhe, die engste Stelle auf dem Weg dorthin sowie die zulässige Flächenlast am Aufstellort. Mit diesen fünf Angaben schlagen wir eine Klasse vor und sagen dazu, an welcher Stelle die Reserve endet.
Vermietet wird im Dry-Hire an fachkundige Unternehmen, die qualifiziertes Bedienpersonal stellen; die technische Einweisung erfolgt bei der Übergabe. Die Maschinenbruchversicherung ist obligatorisch mit fest definiertem Selbstbehalt, die Mietlaufzeiten sind nach Tag, Woche und Langzeit gestaffelt. Anlieferung vorrangig per eigenem Tieflader, bei Auslastung über qualifizierte Speditionspartner; die Transportkosten stehen distanzabhängig separat im Angebot. Wo Zutrittsregelungen und enge Zeitfenster zusammenkommen, empfiehlt sich eine frühzeitige Disposition.
Alle Maschinen im Überblick: luibl.eu/mieten/krane/minikran/. Ihre Anfrage erreicht uns über das Kontaktformular.