
Minikran Karlsruhe: Laborbau, Tanklager, Rheinhafen
Forschungs- und Laborbauten: Technik in fertige Gebäude einbringen
Rund um den Forschungscampus und die Institutsbauten des KIT geht es selten um Rohbauarbeiten. Der typische Auftrag lautet: Ein Gerät muss in ein bestehendes, genutztes Gebäude — Elektronenmikroskope, Prüfstände, Klimaschränke, Schwingungstische, Serverschränke, Laborabzüge. Die Bauteile sind schwer, empfindlich und selten so geformt, dass sie sich bequem anschlagen lassen.
Drei Randbedingungen prägen diese Einsätze. Erstens sind die Wege innerhalb des Gebäudes vorgegeben und eng: Aufzüge scheiden wegen der Kabinengröße oder der Tragfähigkeit aus, also wird über Treppenhäuser, Lichthöfe oder demontierte Fassadenfelder gearbeitet. Zweitens laufen Forschungsbetrieb und Lehre weiter — Abgase im Gebäude sind ausgeschlossen, Lärm nur in abgestimmten Fenstern zulässig. Drittens sind die Böden fertig: Beschichtungen in Laboren und Reinbereichen vertragen keinen Abrieb.
Für dieses Feld arbeiten wir überwiegend mit dem Maeda MC104C (MIK-104): 995 kg Traglast, 5,50 m Hubhöhe, 1.105 kg Eigengewicht und exakt 0,60 m Baubreite. Er fährt mit reinem 400-V-Elektroantrieb, erzeugt am Einsatzort keinen Abgasausstoß und passt durch Türöffnungen, die jedes größere Gerät ausschließen. Die weißen Non-Marking-Ketten kommen hier praktisch immer mit.
Raffinerie, Tanklager und Anlagenbau
Auf den Anlagenflächen im Karlsruher Norden und im industriellen Umfeld sieht die Aufgabenliste anders aus: Wärmetauscher wechseln, Pumpen und Armaturen tauschen, Rohrleitungsabschnitte einheben, Messtechnik an Kolonnen setzen. Hier ist nicht die Enge des Gebäudes das Thema, sondern die Struktur der Anlage.
Zwischen Rohrbrücken, Behältern und Stahlbühnen gibt es keinen freien senkrechten Weg zur Last. Ein Mobilkran müsste weit außerhalb stehen und über die gesamte Anlage hinweg arbeiten, was Auslage und damit zulässige Last frisst. Ein Raupenkran fährt zwischen die Strukturen, stützt dort ab, wo Platz ist, und arbeitet auf kurzem Weg.
Der Spitzenausleger (Fly-Jib) ist in diesem Umfeld das wichtigste Anbauteil: Die abwinkelbare Kranspitze führt die Last über eine Rohrbrücke oder Bühnenkante hinweg, statt sie zu umfahren. Hinzu kommt die Antriebsfrage — im Elektrobetrieb entsteht am Einsatzort kein Abgas, was in Bereichen mit entsprechenden Auflagen die Gerätewahl vorentscheidet.
Geräteseitig greifen wir hier zum SPT299 (MIK-299) mit 2.950 kg Traglast bei 14,50 m Hubhöhe und nur 2.750 kg Eigengewicht oder, wenn die Höhe steigt, zum Maeda MC405C-3 (MIK-405) mit 3.830 kg und 16,80 m.
Rheinhafen: Umschlag, Hallen und Betriebstechnik
Im Rheinhafen dominieren Hallen, Lagerflächen und Betriebsgebäude. Die Aufgaben reichen vom Umsetzen schwerer Baugruppen innerhalb einer Halle über den Wechsel von Antriebs- und Fördertechnik bis zu Montagen an Fassaden und Dachaufbauten von Betriebsgebäuden.
Zwei Punkte sind hier eigen. Zum einen ist der Hallenkran, wo einer vorhanden ist, an seine Kranbahn gebunden und im laufenden Betrieb belegt — Randbereiche und Nebenhallen erreicht er nicht. Zum anderen gilt für Kaimauern und aufgefüllte Flächen dasselbe wie für jede wasserseitige Konstruktion: begrenzte Randlasten und definierte Abstände zur Kante. Das Eigengewicht der Maschine wird damit zum Auswahlkriterium neben der Traglast.
Für die schweren Fälle steht der SPT1099 (MIK-1099) mit 10.000 kg Traglast und 28,20 m Hubhöhe bereit — das stärkste Gerät unserer Kompaktklasse.
Ein typischer Fall: Für die Erneuerung einer Lüftungszentrale auf dem Dach eines Betriebsgebäudes im Hafengebiet steht regelmäßig die Aufgabe, das Altgerät abzunehmen und die neue Einheit zu setzen. Die Zufahrt verläuft zwischen zwei Hallen, der Aufstellplatz misst wenige Meter in der Breite, und über der Traufkante liegt die Absetzposition mehrere Meter zurückversetzt. Gewählt wird der MC405C-3: Seine 16,80 m Hubhöhe bringen die Last über die Attika, und die Reserve im Traglastdiagramm deckt die Auslage bis zur zurückversetzten Position ab. Ein Gerät der 3-Tonnen-Klasse würde die Masse zwar nominell tragen, aber nicht mehr auf dieser Auslage — genau daran scheitern Auswahlentscheidungen, die nur auf die Höchstlast schauen.
Welche Traglastklasse zu welchem Feld passt
Die drei Felder verlangen unterschiedliche Klassen, und der Grund dafür ist jeweils ein anderer.
Im Labor- und Forschungsbau entscheidet die Baubreite, nicht die Kapazität. Die Geräte wiegen fast immer weniger als eine Tonne; der begrenzende Faktor ist die Türöffnung und die Forderung nach lokal emissionsfreiem Betrieb im Gebäude. Deshalb die 1-Tonnen-Klasse mit 0,60 m Breite.
Im Anlagenbau entscheidet die Geometrie. Die Lasten sind mittelschwer, aber der Weg dorthin ist verstellt. Gefragt ist Reichweite bei gleichzeitig kleiner Aufstellfläche — die 3-Tonnen-Klasse mit Spitzenausleger, bei größeren Höhen die knapp 4-Tonnen-Klasse.
Im Hafen- und Hallenumfeld entscheidet die Kombination aus Last und Auslage. Hier liegen die Massen tatsächlich hoch, und die Maschine muss gleichzeitig weit genug reichen. Das ist das Feld der 8- bis 10-Tonnen-Geräte.
Quer über alle drei Felder gilt eine Regel, die häufiger missverstanden wird als jede andere: Die im Datenblatt genannte Höchstlast steht nur bei geringer Auslage und niedriger Hubhöhe zur Verfügung. Die Klasse wird deshalb über das Wertepaar aus Abstand und Höhe bestimmt, nicht über das Gewicht allein.
Ergänzend zum Spitzenausleger und den Non-Marking-Ketten steht die Vakuumhebetechnik mit Tragkräften bis 1.200 kg bereit, gesteuert über die Funkfernbedienung des Krans — gefragt bei Verglasungen an Instituts- und Verwaltungsbauten.
Zu bedenken bleibt der Fächergrundriss: Die radial auf das Schloss zulaufenden Straßen machen Zufahrten spitzwinklig und Kreuzungen für lange Fahrzeuge unhandlich. Der Abladepunkt für den Tieflader sollte in innenstadtnahen Lagen vorab feststehen.
Miete, Einweisung, Absicherung
Die Vermietung erfolgt im Dry-Hire: ohne Bedienpersonal und ausschließlich an fachkundige Unternehmen, die nachweislich qualifiziertes Personal stellen. Die Betreiberpflichten nach BetrSichV und den DGUV-Vorschriften — Gefährdungsbeurteilung, Beauftragung und Eignung der Bediener, Prüfung der Aufstellbedingungen — bleiben beim mietenden Unternehmen. Bei der Übergabe weisen wir Ihr Personal technisch in die Maschine ein.
Die Mietlaufzeiten sind gestaffelt nach Tag, Woche und vergünstigter Langzeitmiete. Eine Maschinenbruchversicherung mit fest definiertem Selbstbehalt ist obligatorischer Bestandteil des Vertrags. Ausgeliefert wird vorrangig über unseren eigenen Tiefladerfuhrpark, bei Kapazitätsengpässen über qualifizierte Speditionspartner; die Transportkosten weisen wir distanzabhängig und separat im Angebot aus. Für Einsätze auf Werks- und Campusgeländen mit Zutrittsregelung empfehlen wir eine frühzeitige Disposition.
Den Fuhrpark mit allen technischen Daten finden Sie unter luibl.eu/mieten/krane/minikran/. Für ein Angebot nennen Sie uns über das Kontaktformular Lastgewicht, Auslage, Hubhöhe und Einsatzort.